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Freitag, 2. oktober 2009

Leider nur knapp 2 Tage blieben für unseren ersten Canada-Aufenthalt. Von den Niagara-Fällen sind es nur etwa 80km bis Toronto, der heimlichen Hauptstadt von Canada.

Zielsicher führte uns das Navi in unsere Herberge in der King-Street. Bereits unterwegs hatten wir ein 4-Bett-Zimmer in einem Global Village Hostel gebucht, das für 2 Nächte zu einem günstigen Preis mitten in Downtown Toronto unsere Unterkunft sein sollte. Das erste, was uns auffiel, war der Unterschied zwischen den 2 Großstädten New York und Toronto. Hier ist alles viel ruhiger und gelassener. Die Menschen hetzen nicht herum wie in New York, an den Kreuzungen werden die Fußgänger gern über die Straße gelassen, ohne dass sie ihr Leben riskieren müsssen. Die Menschen haben Zeit für mehr als nur ein paar geschäftige Worte mit uns Touristen. Allerdings gab’s ein Problemchen, mit dem wir vorher nicht gerechnet hatten: Wohin mit dem Auto? Ein ziemlich unübersichtliches System von Parkmöglichkeiten brachte uns fast zur Verzweiflung. Die Parkzeiten gelten immer von 6:00 bis 18:00 und von 18:00 bis 6:00Uhr. Wir stellten das Auto erst mal für 14$ in ein Parkhaus und wollten uns für den Morgen ab 06:00 eine preisgünstige Alternative suchen.

Nach dem Einchecken gings gleich für ein paar abendliche Stunden durch die Downtown. Die kleinen Kneipen, große Hotels und viele Sehenswürdigkeiten laden zum Verweilen ein, aber nach einem kleinen Stück Pizza waren wir alle reif fürs Bett. 05:45 klingelte aber erst mal für Jörg und mich der Wecker; das Auto musste bis 6 Uhr aus der Tiefgarage raus. Überall gab’s nur Automaten, die horrende Summen bis zum nächsten Tag nachmittags aufriefen. Nach einigem Suchen fanden wir einen Parkplatz, der tatsächlich von einem Menschen bewacht wurde. Wir fragten nach den Konditionen für 36 Stunden: Normalerweise wären es 35$ gewesen, der Typ meinte 30$. Geeignigt haben wir uns ziemlich schnell auf 20$! ;-) Meiner Meinung nach nicht zu viel für eine Parkmöglichkeit 500m vom CN-Tower entfernt.

Nach einer Kleinigkeit zum Frühstück im Hostel (Pancakes und Tee, beides kostenlos) war der CN-Tower auch gleich unser erstes Ziel. 553m hoch ragt das zweithöchste Bauwerk aus dem Jahr 1976 weit über die Wolkenkratzer von Downtown Toronto hinaus. Auch hier muss man erst mal aus dem Wirrwarr unterschiedlicher Angebote und Rabatte das raus finden, was am besten den eigenen Vorstellungen entspricht. Wir haben uns entschieden, alles mitzunehmen, was der Tower bietet. Los ging’s mit einem kurzen Film über den Bau dieses gigantischen Turms, gefolgt von einem kurzen, Achterbahn ähnlichen Sience-Fiction-Erlebnis. In der Zwischenzeit hatte der Wind den Regen wieder vertrieben und auf der Fahrt mit dem teilweise außen verglasten Fahrstuhl ging es in weniger als einer Minute bis auf 343m Höhe. Auf dem Berliner Fernsehturm war ich ja schon, aber das war dann doch eine ganze Ecke höher. Das umlaufende Observation-Deck war leider wegen zu heftigem Wind geschlossen, aber von der Restaurantebene hatte man bereits einen Superblick auf die City. Eine Etage drunter liegt der Glas-Floor. Es gab einige Leute, die kein Vertrauen in das Glas hatten, unter dem 340m NICHTS war. Wir waren aber ganz mutig, stellten uns auf die Glasscheiben, blickten nach unten und fotografierten alles ausgiebig.

Weiter gings dann in den nächsten Fahrstuhl, der uns bis auf 447m Höhe brachte. Von dort war die Aussicht noch eindrucksvoller. Irgendwie fehlen einem dann immer die Worte, um seine Gefühle richtig beschreiben zu können. Aber eins steht fest: Das war ein Erlebnis der Extraklasse für uns! Noch nie hatte ich z.B. ein Flugzeug beim Landeanflug auf den Flughafen von oben gesehen, geschweige denn fotografiert.

Anschließend wanderten wir weiter am Roger-Center (das Stadion der Football- und der Baseball-Mannschaft Torontos) entlang zur Harbourfront

Nachdem wir uns bei einem leckern Spicy Thai Essen gestärkt hatten, machten wir noch eine Hafenrundfahrt zu den vorgelagerten Inseln. Unter anderem fuhren wir auch an dem einzigartigen Flughafen von Downtown Toronto vorbei, der sich nur wenige Meter aus dem Wasser erhebt, auf einer Insel gelegen ist (zum Checkin geht’s nur mit der Fähre) und aufgrund der Kürze der Landebahn nur für Propellermaschinen zugelassen ist. In der Zeit haben wir ein Flugzeug beobachtet, das 2x durchstarten musste, bevor beim dritten Anflug die Landung klappte. Die Tour wurde von einer dreiköpfigen Crew begleitet, die die Dreiviertelstunde richtig angenehm vorüber gehen lies. Anett durfte sogar mal das Steuer des Schiffs übernehmen!

Dann erkundeten wir die City weiter zu Fuß. Die abwechslungsreiche Mischung von kleineren Altbauten und riesigen Wolkenkratzern war sehr beeindruckend. Der St. Lawrence Market (eine riesige Markthalle), das Eaton Centre (riesiger Shopping-Tempel), die City Hall und die vielen kleinen und größeren Geschäfte auf der Queen Street ließen die Zeit wie im Flug vorrüber gehen. Eigentlich wollten wir dann im Hostel eine Kleinigkeit futtern, aber die Küche war leider zu. Den Gang in einen irischen Pub gleich um die Ecke haben wir aber nicht bereut. Das leckere Essen war (fast) der Schlusspunkt eines langen und erlebnisreichen Tages. Danach führte uns unser Weg in die Hostel-Bar zu Desiree, der unwahrscheinlich netten Bardame von den Phillipinen. Mit ihr und den vielen Gästen aus aller Welt konnte man sich mit der Zeit immer besser unterhalten. Woran das nur lag? ;-)

Ein paar Stunden später (wieder nach Pancakes und Tee/Kaffe) ging dann unsere Stadtbesichtigung durch Downtown weiter. Chinatown und Kensington Market standen noch auf dem Plan. Natürlich war nebenbei auch noch etwas Geocaching angesagt.

Aber die richtige Ruhe hatten wir dann doch nicht mehr. Nach einem von Anett lang ersehnten Sushi-Essen setzten wir uns wieder in’s Auto und traten die Heimreise an.

Tut mir leid, dass ich immer noch keine Bilder online stellen konnte, aber es ist einfach zuwenig Zeit zum Konvertieren und Hochladen. In den Motels gibt es zwar teilweise WLAN, aber da ich keinen eigenen Computer mit habe, ist das alles etwas schwierig. Auch nicht wundern, dass der Reisebericht nicht in der richtigen Reihenfolge ist! ;-)

von Etzelmania - veröffentlicht in: USA
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Freitag, 2. oktober 2009

 

 Über New York sind sicherlich schon unzählige Bücher geschrieben worden, denen ich keins hinzufügen möchte. Aber ein paar Eindrücke über diese Stadt muss ich einfach los werden.

Von Milford fuhren wir (wegen der besseren Fahrpreise nach der Hauptverkehrszeit) mit dem Zug nach New York City. Sobald man den Fuß aus dem Zug setzt, spürt man, dass die Zeit hier anders tickt als woanders. Keiner hat Zeit, alles geht nur im Eilzugtempo, Hektik, Leben auf 110%. Das steckt an. Eine kurze Runde über den angeblich größten Bahnhof der Welt, der schon beeindruckend genug ist, und dann nichts wie raus in’s Gewühl der Großstadt.

Draußen angekommen wird man von seinen Gefühlen förmlich überwältigt: Alles, was man bisher nur aus Filmen und Dokus kannte, liegt einem plötzlich zu Füßen bzw. erhebt sich unendlich hoch in den Himmel. Wolkenkratzer, wohin man auch sieht, endlos lange Avenues, Lichtreklamen, tausende Menschen, andere Gerüche, die Sinne spielen verrückt. Wir wollten ja nur mal schnell zum Time Square zu unserer Subway …

Bereits nach 5 Minuten sind wir stolze Besitzer eines Tickets für eine 2-tägige Hop-on-Hop-off-Tour. Der nette Verkäufer der Karten begleitete uns bestimmt einen Kilometer weit auf unserem Weg, bis wir schließlich mit einem etwas mulmigen Gefühl die Kreditkarte zückten und für 54$ pro Nase einen 2m langen Ausdruck mit Fahrkarten, Eintrittskarten und Gutscheinen erhielten. Weitere 5min später saßen wir schon einem Doppeldecker-Bus der NY-Sightseeing, dessen Weg auf der Uptown-Tour direkt an unserem Hostel vorbei führte. An den wichtigsten und interessantesten Stellen hält der Bus und man kann aus- bzw. einsteigen, sich was anschauen und mit irgendeinem Bus der Firma wieder weiter fahren. Da wir erst ab 16:00Uhr einchecken konnten, habe wir nur schnell das Gepäck im Schließfach des Hostels verstaut und weiter ging’s im Eilzugtempo. Schnell einmal quer durch den Central Park, die grüne Oase im Herzen Manhattans, rein in den nächsten Bus und weiter. Am Time Square umsteigen in den Bus, der die Downtown-Tour macht, Broadway, Macy’s, Empire State Building, Madison Squrare Garden, Rockefeller Center, Flatiron, Chrysler Tower, wieder Broadway – alles fliegt, gut erläutert von einem Tour-Guide, an uns vorüber. Kurz vorm südlichen Ende Manhattans springen wir das erste Mal vom Bus.

Wenige Minuten später stehen wir dort, wohin wohl seit einigen Jahren jeder Tourist seine Schritte lenkt: Ground Zero. Ich glaube, dass ich erst jetzt das wahre Ausmaß dieser tragischen Ereignisse begriffen habe. Eine schier unendlich scheinende Lücke zwischen den anderen Hochhäusern, Sprachlosigkeit nach wie vor, aber auch hektische Betriebsamkeit auf dieser riesigen Baustelle. Man kann sich trotzdem nicht vorstellen, was hier vor 8 Jahren passiert ist…

Zu Fuß geht’s erst mal weiter durch den Süden Manhattans, ein erster Blick auf die weit entfernte Freiheitsstatue und schon sitzen wir wieder im Bus und die Fahrt geht weiter, quer durch Chinatown und Little Italy zurück zum Time Square.

Immer noch nicht genug? So ist es, die NY bei Nacht Tour lockt uns in den nächsten Bus, es ist inzwischen längst dunkel geworden. Die Eindrücke sind wieder völlig andere, aber nach wie vor überwältigend. Über die Manhattan-Bridge geht es nach Brooklyn, nach einem kurzen Foto-Stop (Skyline von Manhattan bei Nacht) unter der wohl berühmtesten Brücke der Welt, der Brooklyn-Bridge, und nach einem sündhaft teuren, aber erstklassigen Eis aus der Ice Factory sind wir nach 2h Fahrt wieder zurück am Time Square – ein Ort, der einfach keine Ruhe kennt. 24h am Tag, 365 Tage im Jahr hektische Betriebsamkeit, rund um die Uhr geöffnete Geschäfte, Theater, Leuchtreklamen, wohin man sieht, Börsenticker. Man glaubt, alles schon mal gesehen zu haben. Aber man hat es noch nicht ERLEBT. Dieses Viertel ist einfach nur der Wahnsinn! Zuviel für diesen Abend, für diesen Tag. Wir flüchten in die Subway und fahren zum Hostel. (Für ängstliche Seelen: Es hat uns die drei Tage lang auch kurz vor Mitternacht keiner überfallen, ausgeraubt, beklaut oder ermordet. Auch nicht nach Mitternacht.)

Völlig k.o. fallen wir in unsere Betten und schlafen ein paar Stunden.

Auch der Donnerstag ist vollgestopft mit Eindrücken. Damit wir alles schaffen, fahren wir heute nicht mit dem Bus, sondern nehmen ein Tagesticket für die Subway. Frühstück gibt’s heute auf dem Weg zur Schiffstour. Auf dem Hudson River fährt das Boot nach Süden, der Tour-Guide erläutert alles, was zu sehen ist. Die Skyline von Manhattan ist auch am Tag beindruckend und sieht vom Wasser aus noch gigantischer aus. Nach einigen Minuten wenden sich aber die Blicke aller Fahrgäste nach der anderen Seite, Liberty Island kommt immer näher und bald ist die Freiheitsstatue zum Greifen nah. Anlegen auf der Insel ist allerdings nicht mit im Plan. Dass muss dann doch bis zum nächsten NY-Besuch Zeit haben. Gleiches gilt für den Flugzeugträger, den ich diesmal leider nicht besichtigen kann. Die nächsten 2h verbringen wir auf dem Time Square; gmeinsam mit viele anderen Menschen aus aller Welt warten wir darauf, dass die Schalter für die Musical-Tickets öffnen. Schnell ein paar Tickets kaufen, rein in die Subway, ab auf die kostenlose Fähre nach Staten Island und zurück. Dann schnell noch mal zu Fuß über die Brooklyn-Brigde und zurück. Bisher hatte ich diese Brücke nur auf Bildern vom NY-Marathon gesehen und nun laufe ich selbst drauf. Zum Glück gibt’s getrennte Spuren für Radler und Fußgänger! Einfach Wahnsinn, wieviel Menschen so kurz vor Einbruch der Dunkelheit dort unterwegs sind. Zeit zur Besinnung bleibt jetzt noch nicht. Im Eilzugtempo geht’s zurück zum Broadway und wenige Minten später sitzen wir Musical „Das Phantom der Oper“. Endlich mal ruhig da sitzen und sich berieseln lassen? Einfach nicht möglich. Ein phantastisches Bühnenbild, eine geniale Inszenierung, Spitzenmusiker, Sänger und Schauspieler, nehmen einen über die 2,5 h gefangen. Das war einfach ein gigantisches Erlebnis.

Danach Ruhe? Keine Zeit dafür. Aus 21 Musicalvorstellungen, die gleichzeitig allabendlich stattfinden, drängen Tausende Besucher auf den Time Square. Schnell noch mal in’s Hardrock Café, ein Stück Pizza essen, gegen Mitternacht in das dreigeschossige M+M-Kaufhaus (ja, es gibt dort wirklich NUR M+M-Artikel) und dann geht einfach nichts mehr. Todmüde steigen wir in die Subway, kaufen auf dem Weg zum Hostel noch schnell ein paar Bananen für den Hunger zwischendurch. Unsere Mitbewohner schlafen schon, als wir kommen.

Sie schlafen auch noch, als wir wieder gehen. Aber für uns gibt’s noch keine Pause, es ist unser letzter Tag hier. Und was wäre ein Besuch in dieser Stadt ohne Shopping-Tour? Kurz nach 8Uhr sind wir schon wieder am Ground Zero, das Century 21 lädt mit vielen Rabatten zum Shoppen ein und lockt jedem einige Dollars aus der Tasche. Aber da wir mit der Stadtrundfahrt auch eine 2h-Tour durch Brooklyn gebucht haben, wird das Einkaufen kurz unterbrochen. Brooklyn ist im Gegensatz zu Manhattan einfach erholsam. Aber bald hat uns der Broadway wieder. Ach ja, ein kurzer Abstecher nach China Town muss auch sein. Dort schnell was essen und dann schnell zu Hollister, DEM Traum-Shop für Anett. Für mich auch, denn dort gibt’s erstmals auf unserer Einkaufstour eine gemütliche Sitzecke für geplagte Väter oder Ehemänner. Mit unserem Gepäck ziehe ich mich dorthin zurück und lasse mich 2 Stunden lang von Klasse Musik berieseln, bis sich  Anetts Kaufrausch dem Ende nähert. Eines muss man aber ganz klar sagen: dieser Laden ist von Anfang bis Ende, vom Flair bis zu den Verkäufern, von den Models bis zur Musik, einfach in JEDEM Detail perfekt. Da macht Einkaufen wirklich Spaß und selbst das Begleiten klamottenkaufsüchtiger Töchter ist zu ertragen.

Irgendwann sind die 3 Tage dann um. Leider. Oder zum Glück? Ich weiß nicht so recht. Viel erlebt, noch mehr noch nicht gesehen. Sicherlich war ich nicht das letzte Mal hier. Aber 3 Tage reichen. 3 Tage auf 110%.

von Etzelmania - veröffentlicht in: USA
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Montag, 21. september 2009

Am Samstag morgen ging's nun endlich los. Pünktlich 8:30Uhr legte die Boing 747 vom Terminal in Frankfurt ab. Die nächsten 8 Stunden waren von Anfang an ein Flugerlebnis der Sonderklasse. Also, wenn mal jemand nach New York fliegen möchte, kann ich nur empfehlen, das mit Singapore Airline zu tun. Superhübsche Stewardessen in langen, bunten Kleider lasen uns förmlich jeden Wunsch von den Augen ab. Das leckere Essen hatte in Frankfurt die Firma, in der meine Schwester arbeitet,  angeliefert. An Getränken gab es auch fast alles, was das Herz begehrt. Selbst Cocktails und Whisky waren inclusive. Ich bin nicht mal dazu gekommen, meine mitgebrachte Lektüre zu lesen.
So verging die Flugzeit rasend schnell; nicht mal meinen Film habe ich bis zum Ende gesehen.Plötzlich waren wir schon über Long Island und wenige Minuten später setzte die Boing ganz weich auf und wir waren in
New York!
Dann erwartete uns natürlich die Einreiseprozedur, die ich mir alledings fast noch etwas schlimmer vorgestellt hatte, als es dann wirklich war. Die Zollkontrolle fand eigentlich gar nicht statt. Dafür wurde man vom Grenzbeamten umso strenger gecheckt, sogar unsere Fingerabdrücke und ein Foto von jedem sind wahrscheinlich jetzt bis in alle Ewigkeiten auf irgendeinem amerikanischen Server gespeichert.
Vor der Tür stand bereits Jörg mit seinem Auto bereit. Von der Stadt haben wir außer Autobahnen und Lärmschutzwänden noch nicht viel mitgekriegt. Denn ungeachtet unserer Müdigkeit stand ja der 1. Tagesordnungspunkt knallhart fest: Volleyballspielen mit Jörgs Freunden in Hamden. Das hat wirklich unwahrscheinlich viel Spaß gemacht; eine bunt durcheinander gewürfelte Truppe trifft sich da einfach irgendwo in einem Park, baut ein Volleyballnetz auf, wirft den Ghettoblaster an, organisiert Cookies und Getränke und spielt Volleyball, bis es dunkel wird. Wir waren allerdings vorher schon völlig k.o., nach MEZ war es ja auch schon immerhin gegen 1 Uhr nachts. Aber um für die nächsten Tage richtig fitt zu sein, ist es ziemlich wichtig, sich am ersten Tag etwas zu quälen, also so spät wie möglich ins Bett zu gehen.
Gegen 6Uhr waren wir dann aber doch schon alle (außer Jörg) munter. Von Erholung konnte aber auch am Sonntag keine Rede sein, denn Jörg hatte schon einen Besuch im Freizeitpark Six Flags New England eingeplant. Genau das Richtige für Adrenalin-Junkies wie mich!  Ein ganzer Tag ACHTERBAHN!! Immer nach dem Motto: More Flags, more Fun!
Ich habe schon einige Freizeitparks erlebt, aber solche Achterbahnen bin ich am Sonntag zum ersten Mal gefahren. Guckt einfach mal auf den Link oben, dann könnt Ihr Euch ein kleinens bisschen ein Bild (meine Bilder gibt's erst später) davon machen, was dort abging. Mit "Bizarro" sind wir bestimmt 5x gefahren, das ist wirklich der absolute Hammer.
Wir hatten auch absolutes Glück, dass am Sonntag eine "Private Party" angesagt war, der Park war relativ leer und wir brauchten fast nirgendwo anzustehen. Dass die Privatfete eine Gay- und Lesben-Veranstaltung war, sei nur nebenbei bemerkt.  Es war wirklich unwahrscheinlich cool, die verschiedensten Typen zu beobachten und teilweise sehr nette Gespräche zu führen. Nach 8h Achterbahn war die Kondition aber völlig am Boden, so dass wir nach der Heimfahrt nur noch einen leckeren Kurzbesuch beim Mexikaner eingelegt haben und dann wie tot in unsere Betten gefallen sind.
Auch heute waren wir wieder den ganzen Tag unterwegs. Nachdem wir morgens noch schnell eine Versicherung abgeschlossen hatten, damit ich mit Jörg's Auto fahren kann, habe ich dann meine ersten Fahrversuche nach amerikanischen Verkehrsregeln (§1: Was nicht verboten ist, ist erlaubt!) zu unternehmen. Macht richtig Spaß!
Ein großer Fehler war es allerdings, mit 2 Frauen nur mal so, um ein paar Lebensmittel einzukaufen, in eine amerikanische Shopping Mall zu fahren. 3h später hatte wir immer noch keine Lebensmittel, aber dafür wenigstens 20 verschiedene Läden heimgesucht. Als Anett dann auch noch die Schnäppchenangebote beim Frisör ausnutzen wollte, bin ich dann erst mal mit Sabine zum Lebensmittel einkaufen gegangen. Irgendwann hatten wir alles, was wir brauchten und so blieb sogar noch Zeit für die Frauen, sich ein Stündchen an den Strand zu legen. Ich habe in der Zeit die Gegend etwas erkundet. Das Haus, in dem Jörg wohnt, liegt direkt am Meer, ein Bootsanlegesteg befindet sich direkt am Grundstück und nebenan gibt's einen kleinen Hafen, in dem Boote  in den verschiedensten Größenordnungen liegen.
Wer denkt, dass damit das Programm für den Montag schon abgearbeitet wäre, liegt völlig falsch. Abends gab's wieder Sport. Mit Susanne, Nils, Jörn und Arnim waren wir zum Bowlen. Das Starlight in Leipzig ist ja schon nicht grade klein. Aber hat schon jemand von Euch mal eine Bowlingeinrichtung mit 60 (in Worten: sechzig) Bahnen gesehen? Die Amis müssen verrückt sein!  Wir haben drei Runden gespielt und die Familienwertung klar für uns entschieden.

Fazit der ersten 3 Tage: Schon viel erlebt und noch keine Zeit zum Erholen gehabt, also Urlaub wie immer!

 

Viele Grüße an alle daheim Gebliebenen von

den "Urlaubern" Sabine, Anett und Hans-Jürgen und dem fleißigen Praktikanten Jörg.


von Etzelmania - veröffentlicht in: USA
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Freitag, 18. september 2009
Seit gestern geht mir dieser Song nicht mehr so richtig aus dem Sinn. Aber das Schönste ist:

Morgen ist es damit vorbei!

So Singapore Airlines, das Wetter, die Einwanderungsbehörde und der Zoll nichts dagegen haben, betreten wir morgen vormittag auf JFK den Boden der so ausführlich besungenen, gelobten und gehassten Stadt.
Für 2 Wochen werden wir uns den Wind westlich des Atlantiks um die Nase wehen lassen. Ziel ist erst mal Milford, ein Stückchen nördlich von New York in Connecticut gelegen, wo Jörg gerade ein Auslandspraktikum macht. Von dort aus werden wir dann hoffentlich ganz viel unternehmen oder auch einfach nur mal die Seele baumeln lassen. Von Manhattan bis Toronto wollen wir möglichst viel mitnehmen, was an unserem Weg liegt.
Vielleicht finden wir unterwegs auch immer mal einen Computer, mit dem wir allen daheim Gebliebenen unsere Erlebnisse mitteilen können.

Liebe Grüße an alle von

Sabine, Anett und Hans-Jürgen
von Etzelmania - veröffentlicht in: USA
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Donnerstag, 14. mai 2009
Am Dienstagabend 22:00Uhr wusste ich noch nicht, was am Mittwoch auf mich zu kommen sollte...

Ein Zug rast mit voller Geschwindigkeit durch die Nacht. Der Heizer wirft eine Schippe Kohlen nach der anderen in den überhitzten Kessel der Dampflok mit der Nummer 666. Immer schneller wird die Fahrt, die Nieten fliegen aus dem Kessel und plötzlich endet die Fahrt an einem Prellbock mit einer gigantischen Explosion.
Thunder überall, die Hölle bricht mit brachialer Gewalt über mich herein. Thunderstruck ohne Ende, Tausende Teufel freuen sich über explosives TNT. Die  hells bells erklingen, der Leibhaftige erscheint mit schwefeligen Rauchschwaden aus dem sich öffnendem Boden und irgendwann sind alle auf dem Highway to hell.

Also, wer's bis jetzt immer noch nicht gemerkt hat: Ich war beim Konzert von

Ein bisschen traurig war ich schon, dass es unmöglich war, im Vorverkauf eine Karte für das Konzert in Leipzig zu bekommen. Neidisch auf meinen Chef, an den seine Verwandschaft beim Kartenerwerb gedacht hatte. Mein Entschluss stand fest: Wenigstens mit dem Fahrrad zum Stadion und dann das, was über den Schüsselrand schwappt, mitnehmen. Oder vielleicht doch noch irgendjemandem eine Karte zu einem erschwinglichne Preis abgaunern.
Also setzte ich mich am Dienstagabend 22:30Uhr vor den Rechner, um die Anfangszeit des Konzerts raus zu kriegen. EIN Ergebnis einer großen, bekannten Suchmaschine fiel mir sofort in's Auge: Da wollte jemand 'ne Karte verkaufen! Eine einzelne: schon mal gut. Auf 'ner völlig unbekannten Seite: noch besser. Handynummer auch dabei: phantastisch!
Naja, ich dachte mir: Mal 'ne SMS hinschicken, kann ja nichts schaden. Gesagt, getan, vergessen. Nach ein paar Minuten klingelt plötzlich mein Telefon und da fragt mich doch glatt der Typ, ob ich die Karte immer noch haben will. Und wie ich wollte! Ich nahm eine morgendliche Fahrt durch den Berufsverkehr von Leipzig in Kauf und um 8:15Uhr hielt ich meine Karte in der Hand. Danke noch mal an den Verkäufer, der nicht reich werden wollte, sondern fairer Weise nur den aufgedruckten Betrag haben wollte.

Den ganzen Tag auf der Arbeit schon in Hochstimmung, pünktlich Feierabend und dann schnell ab in's Stadion.
So viele Teufel mit leuchtenden oder blinkenden Hörnern habe ich noch nie auf einen Haufen gesehen! Schwarze T-Shirts, blaue Jeans waren die bestimmenden Farben im weiten Rund. Die 2 Vorgruppen wurden als notwendiges Übel mitgenommen, obwohl beide ganz ordentlich Rockmusik hinlegten.
Kurz vor 21:00Uhr brach dann die Hölle über dem ausverkauften Leipziger Stadion los. Rockmusik vom Feinsten, harte Riffs, knackige Beats, tolle Bühnen- und Lichtshow, und dann dazu diese Stimme: Knapp 2 Stunden lang gaben die Jungs auf der Bühne alles, um den Abend für alle Anwesenden zu einem Wahnsinns-Erlebnis werden zu lassen. Was ihnen auch voll gelungen ist. Es war einfach ein mega-hammer-geiles Konzert.

Bilder gibt's (vielleicht) irgendwann später ...
von Etzelmania - veröffentlicht in: Party
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Montag, 20. april 2009
Lange hat sich hier nichts mehr getan! War vielleicht ein bisschen Faulheit oder auch ein Mangel an Anlässen.
Aber am Mittwoch hatte ich ein ganz tolles Erlebnis, über das ich auf jeden Fall was schreiben möchte.

Ich habe nämlich eines meiner Geburtstagsgeschenke eingelöst: den Gutschein für eine Whiskey-Verkostung im Gourmetage Leipzig, den ich von meinen lieben Volleyballerinnen bekommen habe.

Mädels, danke noch mal! Das war einfach ein Genuss!

Ich war ja ziemlich gespannt auf das, was mich dort erwarten würde. Leider fand sich niemand, der mich zur Verkostung begleiten wollte. Also fuhr ich allein (nicht mit dem Auto, sondern ganz vorbildlich mit der Bahn) in die immer schöner werdende Innenstadt von Leipzig, bummelte noch durch ein paar (Männer-)Läden (Saturn, Conrad), um mich mit ca. 25 anderen Whiskey-Freunden und -Freundinnen gegen 20:30Uhr im Gourmetage einzufinden.
Alle wurden mit einem Glas einer in Whiskey eingelegten exotischen Frucht, aufgefüllt mit Prosecco, empfangen. Die Tische waren edel eingedeckt und für jeden standen bereits 5 Gläser feinster Scotch, abgedeckt mit einem kleinen Glasschälchen, bereit. Das Thema des Abend waren die leckeren Whiskeys der weltweit zweitgrößten Whiskey-Brennerei: The Glenlivet

Moderiert wurde der Abend von einem absoluten Spezialisten: Bernhard Schäfer. Er fütterte uns mit vielen Informationen über Glenlivet, die Whiskey-Herstellung und würzte das Ganze sehr unterhaltsam mit Anekdoten aus seinem Leben als Spirituosen-Verkoster.
Los ging's dann mit einem 12-jährigen Glenlivet, im "Aroma eine spielerische Verflechtung sommerlich-blumiger Noten mit einem sinnlichen Hauch exotischer Früchte (kandierte Ananas), abgerundet mit Vanille und nussigen Aromen, im Geschmack blumige Noten von frischem Honig, einem seidig-weichem Bouquet mit Anklängen von Vanillesirup und im Nachklang lang anhaltend, mild und frisch, in Erinnerung bleibend durch den Geschmack von Haselnüssen, Marzipan und der leichten Würze frischgeriebenen Ingwers". (Das habe ich mir nicht freiwillig gemerkt!)
Ok, die Beschreibung des 15-jährigen, des 18-jährigen, des 21-jährigen sowie des Nàdurra erspare ich den Lesern, die bis hierhin durchgehalten haben. Jeder für sich war ein Genuss, die Abstammung aus einer Brennerei war zwar zu spüren und trotzdem schmeckte jeder anders. Ich fand den 18- und den 21-jährigen sowie den Nàdurra (weit über 50 Umdrehungen) am leckersten.

Wer jetzt denkt, da geht der dahin, schüttet sich 5 Gläser Whiskey in die Rübe, ist begeistert und das war's dann, denkt völlig daneben. Zwischen jedem Jahrgang gab's feinste Leckereien aus der Küche des Hause, also 6 Gänge, die ich mir leider nicht alle gemerkt habe. Das ging los mit einer feinen Suppe mit einer gegrillten Riesengarnele, weiter ging's mit einer mit Balsamiko-Creme gefüllten Feige, es folgten Lammfiletsteak, Crepe mit Apfelmus und Entenstopfleber sowie mit Schokolade überzogene Früchte. Dazu gab's den ganzen Abend über verschiedene Brotsorten und genügend Wasser, um den Gaumen auf den jeweils nächsten Glenlivet vorzubereiten.

Ganz zum Schluss kam dann der 25-Jährige auf den Tisch, der den Höhepunkt des Abends darstellen sollte. Den meisten ging's wie mir: Ein Qualitätssprung, der den Flaschenpreis von über 230€ rechtfertigen würde, war nicht heraus zu schmecken. Selbst wenn man die 10% Rabatt, die es bei einem Kauf an diesem Abend gegeben hätte, noch abgezogen hätte, wäre es das für mich nicht wert gewesen. Aber vielleicht gehört mir trotzdem bald 'ne Flasche von dem 25 Jahre alten Getränk: am Gewinnspiel habe ich mich natürlich beteiligt. Die Chancen stehen viel besser als für den Jackpot im Lotto!

Ich saß übrigens mit zwei Männern so etwa in meinem Alter an einem 4-er Tisch. Dass die Bedienung die übrig geblieben 5 Gläser Whiskey nicht wieder abzuräumen brauchte, hätte ich wohl sicherlich nicht unbedingt erwähnen müssen ...

Fazit: Ich kann's jedem nur empfehlen, der gern mal einen Whiskey genießt, mal ein paar Euro für so einen Abend im Gourmetage Leipzig zu investieren. Dieses Erlebnis war jeden Cent wert!
(Bilder gibt's keine; ich war froh, dass ich auf dem Heimweg nicht auch noch auf einen Fotoapparat aufpassen musste, denn ich hatte ihn gleich zuhause gelassen.)
Achso, mein Wunsch nach einem Urlaub in Schottland wird immer größer...
von Etzelmania - veröffentlicht in: Party
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Dienstag, 26. august 2008

Inzwischen ist das Highfield ja nun schon längst wieder Geschichte. Wollte ja schon seit 'ner Woche was darüber geschrieben haben, aber wie das immer so ist, wenig Zeit und der innere Schweinehund haben's immer wieder nach hinten verschoben.

Dabei verdient das Festival wirklich ein paar lobende Worte. Mich hat's dieses Jahr zum ersten Mal auf das wunderschöne Gelände von Hohenfelden gelockt und ich war (nein ich bin) total begeistert von dem, was ich in den drei Tagen erlebt habe. Als ich am Freitag anreiste, stand mein Zelt bereits inmitten einer Fangemeinde vorrangig aus der Ecke Naumburg und Leipzig. Meine Stößener Freundinnen Sandra, Steffi und Tia hatten sicherheitshalber schon ein Plätzchen gesichert und das Zelt gleich aufgebaut. Danke noch mal an Euch! Meine Lehre für's nächste Mal: Rechtzeitiges Erscheinen sichert gute Plätze und vor allem auch 'ne Eintrittskarte. Die werde ich beim nächsten Highfield doch schon rechtzeitig vorher kaufen.

Ja, am Freitag war schon alles zu spät: Restlos ausverkauft, auch die Resttickets. Zum Glück hatte meine Lieblingssandra am Donnerstag noch eine der letzten Karten für mich ergattert.

Das Wetter war nicht so toll, es hatte den ganzen Tag geregnet und erst am Nachmittag ließen die Schauer dann langsam nach. Das Gelände sah aus wie eine Schlammwüste,

Gummistiefel oder wenigstens Wanderschuhe waren sehr empfehlenswert. :-)

Naja, richtige Fans kann so ein bisschen Schlamm doch überhaupt nicht beeindrucken, oder?


The Subways waren die ersten, die wir erlebten.

Die Menge kam so langsam in Festivallaune und feierte sich, die Musik und die Show auf der Bühne. Tocotronic folgten und nach einer kurzen Pause (man muss ja auch mal was essen und vor allem trinken) gab's am Abend noch die Sportfreunde Stiller,

Bloc Party und The Killers. Ich möchte keine Band total hervorheben. Sie waren alle Klasse, bis auf eine Ausnahme: Bloc Party war ziemlich schwach, für mich DIE Enttäuschung aller drei Tage. 

Der Samstag lief nach einer mehr oder weniger schlaflosen Nacht recht ruhig an, die Highlights gab's sowieso erst am Abend. Aber mal so die verschiedenen Stände auf dem Festivalgelände abklappern, gehört ja nun auch dazu. Das Wetter zeigte sich inzwischen wieder von der schöneren Seite, es trocknete langsam alles wieder ab. Spätestens bei The (International) Noise Conspiracy füllte sich das Festivalgelände zusehends. Flogging Molly

war für mich dann die Überraschung schlechthin. Mit feinster irischer Rockmusik incl. vollem Geigen-Einsatz brachten sie die Bude zum Kochen. Kettcar und The Hives verstärkten den Zustand weiter und völlig den Rest gaben uns allen dann Die Ärzte.

Bela, Farin und Rod, Ihr wart Spitze!

Am Sonntag war ich dann noch bei The Bones, Madsen, den Dropkick Murphys und den Beatsteaks am Start. Bei herrlichstem Sonnenschein zeigten die Party-People, dass die Feierlaune immer noch riesengroß war und die anstrengenden 2 Tage vorher einen richtigen Rocker nicht beeindrucken können.

Die Organisation der Veranstaltung war für mich sehr gut; ich konnte keine gravierenden Mängel erkennen. Dass es bei ca. 27.000 hartgesottenen Fans manchmal etwas "rustikal" zugeht, ist sicherlich normal. Aber alles lief total friedlich ab. Ob Männlein oder Weiblein, jung oder älter, alle feierten 3 Tage lang ausgelassen bei ihrer Lieblingsmusik. Ich habe viele "alte junge" Freunde getroffen und auch ein paar neue gefunden. :-)

Also ich bin im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder dabei! Ihr auch?

Natürlich gibt's wie immer noch ein paar mehr Bilder in einem neuen Album.

von Etzelmania - veröffentlicht in: Party
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Mittwoch, 13. august 2008
Ein Abend mit einem besonderen Erlebnis sollte uns heute bevorstehen. Pünktlich versammelten sich Fans aus allen Ecken Deutschlands in der Arena Leipzig.
Ca. 10m vor uns die Bühne, ohne großen Schnick-Schnack, schlicht und auf's Wesentliche reduziert. Davor tausende Leute aller Altersgruppen mit erwartungsvollen Gesichtern und schon lange vor Konzertbeginn durchgeschwitzten T-Shirts bei gefühlten 60°C und 98% Luftfeuchtigkeit. Alle freuen sich auf DEN Gitarristen schlechthin.
Als die Show beginnt, tauchen ohne großes Theater die Haupakteure auf der Bühne auf.
Der spindeldürre Pianist, im quergestreiften Pullover, damit man ihn erst mal optisch überhaupt wahrnimmt;
Ein Bassist, der sich, wie sich das so gehört, immer vornehm im Hintergrund hält und trotzdem akustisch immer präsent ist;
Der Schlagzeuger, bei dem man nicht nur wegen seiner 20 kg zuviel vermutet, dass sein Arbeitsgerät den ersten Titel kaum überleben wird;
Ein Gitarrist, der die Gitarre mit links bedient, ihr ebenso große Töne zu entlocken vermag wie der große Meister und wohl als Härtetest für noch heißere Konzerte mit Schal auf der Bühne erscheint;
Zwei Backgroundsängerinnen, deren voluminöser Klangkörper schon vor dem ersten Ton vermuten ließ, das auch von der linken Seite der Bühne Großes zu erwarten ist.
Alle bereit dafür, mit ihren Instrumenten und Stimmen den musikalischen Intentionen ihres Chefs zu folgen, ihnen Tiefe zu verleihen und den Klangteppich für sein einzigartiges Gitarrenspiel zu bereiten.
Ebenso bereit das Publikum, DEN Mann zu begrüßen, der als einer der Größten  der Musikgeschichte gilt, der Altmeister des Blues und des Rock'n Roll
Mister Hoochie-Coochie-Man "Slowhand" Eric Clapton!

Wie die meisten seiner Zuhörer in Jeans und einem kurzärmligen Hemd steht er mit den ersten Takten im Mittelpunkt des Geschehen und drückt mit seine typischen Gitarrenklängen der Veranstaltung seinen Stempel auf.
Ohne große Pausen folgt ein Hit auf den anderen, wechselt sich Blues vom Feinsten mit kraftvoller Rockmusik ab, stehen fette Beats neben leisen Tönen.
Keine Ahnung, warum Eric Clapton "Slowhand" genannt wird. Seine Finger entlocken dem Instrument perfekte Klänge in teilweise unglaublicher Geschwindigkeit. Wahrscheinlich liegt's eher an der Leichtigkeit, mit der er die Gitarre handhabt; die Töne fließen geradezu aus seinen Händen.
Die große Show gibt's bei Clapton nur musikalisch. Er rennt nicht wie Mick Jagger von einer Seite der Bühne zu anderen, es gibt keinen "Wall of death" wie bei den Ärzten, keine verrückten Konstruktionen auf der Bühne wie bei anderen Bands. Die Show ist sein Spiel, der Umgang mit seiner Gitarre, schlicht abgerundet mit wenigen optischen Effekten.
Auch seine Mitstreiter bekommen während des Konzerts die Gelegenheit, ihre Klasse zu beweisen. Der  Keyboarder holt bei seinen Soli alles aus dem Piano raus, was man sich wünscht und der Gitarrist liefert sich beim Bottle-Necken ein Duell mit dem Meister.
Als dann irgendwann "You're wonderful tonight" erklingt, wischen sich einige Besucher nicht nur den Schweiß aus dem Gesicht. Die gefühlvolle Ballade, die Gitarre gepaart mit Claptons einfühlsamer Stimme, geht so unter die Haut, dass diese sich schlagartig in Gänsehaut verwandelt.
Den Schlussakkord setzen die Musiker dann mit einem explosiven "Cocaine", um dann ebenso schlicht von der Bühne zu gehen, wie sie gekommen sind. Der stürmische Beifall des Publikums bewirkte noch einen Titel als Zugabe, aber dann war endgültig Schluss. Das Ende eines tollen Konzerts, zu dem man nur sagen kann:
Thank you very much, Mister Slowhand: You were wonderful tonight!
Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass als Vorband Jakob Dylan auf der Bühne stand. Keine zufällige Namensgleichheit mit Bob Dylan, es war wirklich sein Sohn. Seine etwas ruhigeren Songs, die den Einfluss des Vaters durchaus spüren ließen, stimmten das Publikum sehr gut auf das folgende Feuerwerk des Blues und Rock ein.
von Etzelmania - veröffentlicht in: Party
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Dienstag, 15. juli 2008
Am Samstag war's nun wirklich so weit: Meine Aufnahme in den Klub der Alten Säcke war geplant und scheiterte kläglich. ;-)
Wie's dazu kam? Seht selbst.

Ein Geburtstag ist für mich noch nie der Grund gewesen, in eine Sinnkrise zu verfallen oder mir große Gedanken über mein bisheriges Leben zu machen. Viel lieber möchte ich diesen Tag mit den Menschen verbringen, die ich am liebsten mag. Dem Anlass angemessen waren genau 50 Gäste in's Bootshaus des Akademischen Rudervereins zu Leipzig gekommen, um mit mir 'ne tierische Party abzuziehen.
Hey Leute: Ein ganz großes Dankeschön noch mal an alle, die gekommen sind, für die vielen schönen Geschenke,
die fleißige Hilfe bei der Vorbereitung, während der Party und beim Aufräumen,

die tolle Stimmung, die Ihr beim Tanzen und mit Euren Klasse-Beiträgen in den Saal gebracht habt.
 
Ihr habt mir einen wunderschönen Abend und eine tolle Nacht bereitet, die ich nie vergessen werde.
Danke auch an DJ Ralph, der die Bude zum Kochen brachte,
an D-Rolf, der den weiten Weg aus Ulan-Bator nach Leipzig nicht gescheut hat, um uns was auf der Drehorgel zu spielen sowie an Familie Schramm vom  "Restaurant & Café Weiße Elster", die uns mit ganz leckeren Speisen verwöhnte.
Aber die größte Überraschung ist auf jeden Fall meinen Volleyball-Mädels gelungen: Ein halbes Jahr lang haben sie sich heimlich und unbemerkt auf diesen Tag vorbereitet und mit einem Bauchtanz allererster Güte mein Herz höher schlagen lassen.
Ihr wart einfach Spitze! Somit war's natürlich nichts mit meiner Aufnahme in den Klub der Alten Säcke, denn diese Verwöhntherapie als Pascha im eigenen Harem hat mich glatt 20 Jahre jünger gemacht. Vielleicht nicht vom Aussehen, aber auf jeden Fall vom Herzen her. Könnte sein, dass Ihr mich als Übungsleiter jetzt noch ein bisschen länger "ertragen" müsst! ;-) Und eins noch: Das war einfach viel zu gut, um nur ein einziges Mal aufgeführt zu werden. Stelle mich gern immer wieder als Pascha zur Verfügung, lasse mich mit mit leckeren Weintrauben füttern, mir mit dem Palmenblatt frische Luft zu wedeln, rauche dabei ein bisschen Wasserpfeife und lasse mich von Euren Hüftschwüngen meiner Sinne berauben! :-)

Leider konnte ich natürlich nicht den ganzen Abend selbst fotografieren oder filmen. Aber ich hoffe, dass ich von allen, die das getan haben, bald ein paar schöne Bilder oder Videos bekomme, die mich und Euch an diese wilde Party erinnern werden.
Eine kleine Auswahl meiner eigenen Fotos habe ich in dieses Album gestellt. Damit Ihr einen Eindruck davon habt, wie die Fete abging, BEVOR die Polizei (die beiden haben mir auch ganz nett zum Geburtstag gratuliert) aufkreuzte, hier noch ein kleines Video:


von Etzelmania - veröffentlicht in: Party
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Sonntag, 6. juli 2008
Nun sind wir schon wieder 'ne ganze Woche wieder hier, aber der Urlaub wirkt immer noch (positiv) nach.
Nachts im Traum bin ich immer noch auf Fähren unterwegs und sehe Wasserfälle und hohe Berge! ;-)
Am Mittwochabend hatte ich die Idee, mir mal vorm Schlafengehen noch ein paar Urlaubsbilder anzugucken. Nach über 900 Stück (gegen 1:00Uhr) habe ich dann Schluss gemacht.
Vielleicht ist es Zeit für ein kurzes Fazit zu unserer Reise.

Norwegen
Unsere Vorstellungen vom Land und von seinen Naturschönheiten wurden von der Realität weit übertroffen. Die Fahrt war ja für uns zum Kennenlernen des Landes gedacht, um Pläne für weitere Reisen schmieden zu können. Jetzt müsste ich eigentlich ca. 10 Jahre lang jedes Jahr in eine andere Ecke Norwegens fahren, um die einzelnen Gegenden näher zu erkunden. Das ist wahrscheinlich schon aus finanziellen Gründen kaum möglich, also wird es wohl eher viel länger dauern oder wir beschränken uns auf was besonders Interessantes.

Da würde meine Wahl wohl zuallererst auf die Lofoten und Vesteralen fallen.Wandern in den Bergen, Radfahren, Bootfahren, Paddeln, Walsafari, Angeln, Nyksund aufbauen und vieles mehr wäre dort denkbar. Mal sehen, was uns da noch so alles einfallen wird.

Oft gibt's Fragen zu den Kosten in Norwegen. Auch wenn ich dazu noch keine genauen Infos habe (der Schreck kommt sicher erst mit der Kreditkartenabrechnung) ;-), muss man Norwegen schon als recht teures Urlaubsland einstufen. Aber das wussten wir ja schon vorher. Überrascht hat uns, dass der Preis für Diesel höher ist als für Benzin. Und auch höher als in Deutschland. Wir haben zwischen 1,60€ und 1,90€ je Liter bezahlt. Es gibt (wie bei uns) verschiedene  Märkte (u.a. z.. auch Lidl), in denen man relativ  preisgünstig die Grundnahrungsmittel einkaufen kann. Im Durchschnitt ist alles etwas teurer als bei uns. Fleisch ist erheblich teurer, Alkohol fast unbezahlbar. Da wir aber weitestgehend auf Selbstversorgung eingestellt waren, hat uns das nicht so sehr berührt.
Sehr praktisch sind die Unterbringungsmöglichkeiten. Der Stellplatz für den Caravan mit 4 Personen, Strom und Dusche hat uns umgerechnet 5 bis 8€ gekostet. Aber man muss ja nicht unbedingt jede Nacht auf dem Campingplatz verbringen. Es gibt eigentlich überall geeignete Stellen, wo man auch mal einfach von der Straße runter fahren und dort ein paar Stunden über Nacht bleiben kann. Es sollte nur nicht in Dauercamping ausarten. Natürlich gibt's auch viele Hütten in unterschiedlichen Ausstattungen, wo man für 2 bis 8 oder mehr Personen Übernachtungsmöglichkeiten hat. Die Preise sind regional sehr unterschiedlich, aber erschwinglich. Auf den Campingplätzen schwankten die Preise für die Hütten von etwa 40 bis 120€ (je nach Größe und Ausstattung). Eintrittsgelder für Touristenattraktionen, Museen usw. haben "gehobenes Niveau". Für's Nordkapp mussten wir z.B. pro Nase 200 Kronen (fast 30,-€) berappen, mal abgesehen von der Maut für den Tunnel kurz davor (601NOK in jeder Richtung für den Caravan incl. 4 Personen).
Die Maut ist sowieso so ein Ding für sich. Im Süden und in der Mitte wird man sehr häufig (allerdings meist Kleinbeträge zwischen 1 und 5€) zur Kasse gebeten, im Norden wurde es dann seltener.
Angeln ist an der Küste und der offenen See kostenlos möglich, an Binnengwässern und Lachsflüssen braucht man eine ziemlich teure Angelbescheinigung.

Mit Englisch kommt man eigentlich fast überall gut zurecht, Deutsch wird seltener gesprochen. Außer in der Nähe von Großstädten ist der Verkehr deutlich weniger als in Deutschland; im Nordosten ist uns mal 20min lang kein Auto entgegengekommen und das am Tage!

Und: Blog sei Dank gab's immer mal auch ein frei zugängliches WLAN (an Tankstellen,Einkaufszentren, Campingplätzen), über das ich meine Berichterstattung abwickeln konnte.


Finnland
Hier waren wir ja nur kurz. Es war nett, mal wieder leicht "vergleichbare Preise" in Euro zu sehen. Ist wesentlich günstiger als Norwegen, so etwa mit Deutschland zu vergleichen.

Das Land selbst ist entlang unserer Fahrstrecke sehr flach und ohne große Abwechslungen gewesen.Eher was für Leute, die mal 2 Wochen Urlaub an einem einsamen See in aller Ruhe und gemeinsam mit vielen Mücken ;-) verbringen möchten.


Schweden

Da sind wir ja eigentlich mehr "durch geflogen". Schweden ist sicherlich eine eigene Erkundungstour wert. Aber das, was wir dort gesehen haben, war auch sehr erlebnisreich. (Ich meine jetzt nicht nur die großen, blonden Schwedinnen!) Stockholm ist eine wunderschöne Stadt und hat sogar mir gefallen, obwohl ich sonst eher ein Stadtbesichtigungs-Muffel bin. Insgesamt gesehen kam mir aber alles schon eher "mitteleuropäisch" vor, die Wildheit der Natur wie in Norwegen war an unserer Fahrstrecke nicht so ausgeprägt.

Tanken ist auch hier recht preisintensiv, aber immer noch günstiger als in Norwegen. In Stockholm waren wir sogar ein paar mal in der Kneipe, ohne das letzte Hemd ausziehen zu müssen. Allerdings muss man schon etwas nach günstigeren Angeboten suchen. Aber das ist ja z.B. in Berlin auch nicht anders. Das gleiche trifft auf's Einkaufen zu, auch in Schweden gibt's preisgünstige Läden, wenn man weiß wo, oder zufällig drauf stößt (wie wir im Kreuzberg Stockholms lt. Definition von Rosi). :-)

Auf den Campingplätzen (wie übrigens auch in Finnland) gibt's fast überall auch 'ne Sauna, sogar auf der Fähre von Trelleborg nach Travemünde war eine. Camping, Hütten oder Wanderer-Unterkünfte sind eine gute Möglichkeit, auch im Herzen einer Großstadt wie Stockholm eine preisgünstige Unterbringung zu bekommen. Die WLAN's waren hier nur noch gegen Geld nutzbar, da hat dann doch schon der Kommerz gesiegt.

 

Das soll dann also meine Kurzzusammenfassung gewesen sein. Hoffe, dass ich zumindest die wichtigsten Fragen beantwortet habe, die mir bisher gestellt wurden. Wenn jemand noch was anderes wissen möchte, können wir das gern über Kommentare machen, sofern ich eine Antwort dazu geben kann.

von Etzelmania - veröffentlicht in: Norwegen - Community: Norwegen
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