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Sonntag, 29. juni 2008
Am Donnerstag verabschiedeten wir uns aus dem schönen Stockholm und machten uns auf die Weiterfahrt Richtung Trelleborg, das wir am Freitagabend erreichen wollten.

Unterwegs kam uns an einem Wegweiser ganz spontan die Idee, dem Schloss Gripsholm noch einen kurzen Besuch abzustatten. Ein kleiner Umweg, der sich wirklich gelohnt hat. Ganz idyllisch liegt das Schloss am Ufer eines Sees,

eigentlich auf einer Insel, durch eine Zugbrücke mit Alibifunktion vom Festland getrennt.

Alles strahlt totale Ruhe aus. Man kann das ganze Gelände des Schlosses und den umliegenden Park kostenlos betreten.

Aus Zeitgründen besichtigten wir die Räume im Schloss nicht und sahen uns nur noch die Schmalspurbahn an.
Diese ist so richtig uralt und das ganze Drumherum ist auch völlig auf historische Bahn getrimmt. Die Wagen sind teilweise zum Transport von Gegenständen, teilweise zum Personentransport in verschiedenen Klassen (von 1 bis 3 bzw. offene Wagen) bestimmt. Der Schaffner rennt in historischer Uniform rum und die Dampflok sieht richtig niedlich aus.
Danach ging’s weiter durch „Elchland“. Man wird ja regelmäßig gewarnt, dass man keinen Elch überfährt. ;-) Wir haben dann auch tatsächlich an der Straße 2 Elchkühe gesehen. Natürlich haben wir gewendet und sind noch mal zurück gefahren, aber sobald man langsamer vorbei gefahren ist, sind die beiden gleich wieder im Gebüsch verschwunden. So ist uns leider kein Foto gelungen.

In Vaxjö übernachteten wir das letzte Mal in Schweden und fanden dort auf dem Campingplatz in der Rezeption auch ein paar Prospekte von 2 Elchparks. Der eine davon lag fast direkt an unserer Strecke, so dass wir für den Freitagvormittag noch einen Besuch in Hamneda-Elinge einplanten. Während unserer 3 Wochen hatten wir einfach noch nicht genug Elche gesehen.
Das war so genial dort! Es ist so ähnlich wie in Bayern auf einem Bauernhof, nur dass dort hinterm Zaun keine Kühe, sondern richtige Elche stehen. Am Eingang bekamen wir Birkenzweige zum Füttern der Tiere in die Hand gedrückt und dann ging’s los. Unter anderen Elchen gibt’s dort auch Bruno
zu sehen, der in der Fernsehserie „Inga Lindström“ mitgespielt hat. (Rosi kannte die Serie sogar!) ;-)

Die zwei Elchkälber haben wir nur gesehen, aber sie kamen noch nicht zum Zaun, um uns aus der Hand zu fressen.

 Cilla Sjöhlin, die im dazugehörigen Souvenirshop u.a. selbst gefertigten Schmuck aus Elchgeweih anbietet, erklärte uns dann in sehr gutem Deutsch einiges zum Thema Elch. War wirklich hochinteressant und nicht nur für mich als Jäger ein tolles Erlebnis.
Einige sind dabei vor Freude sogar zum Elch geworden!

Naja, für den elch-typischen Gesichtsausdruck muss Sabine wohl noch etwas üben! ;-)

Ja, dann hieß es für uns so langsam Abschied nehmen von Skandinavien. 16:50Uhr kamen wir in Trelleborg am  Fährhafen von TT-Line an.
Unsere Fährtickets lagen natürlich sorgfältig weggeräumt in Leipzig im Schrank ;-), aber das ist ja überhaupt kein  Problem heutzutage. Am Abfertigungsschalter sagte uns eine freundliche Schwedin, dass unsere für 23:00Uhr vorgesehene Fähre nach Rostock mindestens 2h Verspätung haben wird. Auf meine Frage, ob man das Ticket auf eine andere Fähre umbuchen kann, erhielt ich die Antwort, dass wir mit der Fähre Robin Hood nach Travemünde fahren könnten. Mit 3 Klicks im Computer war unser Ticket umgebucht und nach 5min standen wir schon mit dem Auto auf’m Schiff. 17:30Uhr legte die Fähre ab. Geht das einfach!

Geplante Ankunftszeit war 0:30Uhr, dass heißt, wir verbrachten den ganzen Abend auf dem Schiff und der Sonnenuntergang auf der Ostsee setzte noch mal einen schönen, symbolischen Schlusspunkt unter eine phantastische 3 Wochen-Tour, an die wir uns alle sicherlich ein Leben lang erinnern werden.

Mehr schöne Bilder von den Elchen und Schloss Gripsholm!

von Etzelmania - veröffentlicht in: Norwegen - Community: Norwegen
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Samstag, 28. juni 2008

… sind doch keine Legende.

Nach einer weiteren längeren Tagesfahrt trafen wir in Stockholm ein, genau zur Rush hour. Hier spürt man sofort den Atem einer Großstadt. Nachdem wir 2 Wochen auf eher fast leeren Straßen dahin gefahren waren, tobte hier das Leben, und zwar nicht nur auf der Straße.

Ja, die tollen schwedischen Blondinen gibt’s wirklich. Mit ausdrücklicher Genehmigung unserer Frauen durften wir Männer uns auch immer mal umschauen, wenn wieder so ein langbeiniges, blondes Exemplar unsere Wege kreuzte. Nur fotografieren durften wir sie nicht! ;-) (Also fahrt mal schön selber nach Stockholm, es lohnt sich!)

Wir hatten uns für diese wunderschöne Stadt einen ganzen Tag eingeplant und das hat sich auch wirklich gelohnt. Bei strahlend blauem Himmel ging’s auf eine Stadtrundfahrt in einem Panoramabus, um möglichst viel von dieser City zu erfahren. Ich bin begeistert von den vielen alten Gebäuden, ehrwürdigen Palästen,

Inseln, Brücken, Schiffen und vom pulsierenden Leben hier. Gamla Stan, die historische Altstadt hat einen geradezu umwerfenden Charme. Die vielen schmalen Gassen,

in fast jedem Haus ein Laden oder eine Kneipe, der Königspalast,

Kirchen, Museen und rundherum die Ostsee mit tausenden von Booten, Ausflugsdampfern, Segelschiffen

bis hin zu riesigen Kreuzfahrtschiffen sind wirklich ein Erlebnis.

Auf dem Festland, in einem kleinen Park, war eine riesige Videoleinwand aufgebaut, auf der alle Spiele der EM gezeigt wurden und werden. Wir hatten aber bereits in der Gaststätte auf unserem Zeltplatz einen Tisch bestellt, um dort das Spiel gegen die Türkei zu schauen und entschieden uns deshalb, auf das Public Viewing zu verzichten. Die Reservierung war eine ausgezeichnete Idee, da wohl alle Deutschen auf dem Zeltplatz Fußball gucken wollten. Ein großer Teil konnte dann nur von draußen durch die Fenster schauen. Zum deutschen Zitterspiel gibt’s ja nur noch zu sagen, dass soviel Dusel allein wie heute wahrscheinlich im Endspiel nicht reichen wird. Auf jeden Fall können wir unsere Deutschland-Trikots auch am Sonntag noch mal anziehen!

Weitere Bilder von Stockholm sind in diesem Album zu sehen.

von Etzelmania - veröffentlicht in: Norwegen - Community: Norwegen
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Donnerstag, 26. juni 2008

Der spannendste Teil unserer Fahrt ist nun leider vorbei. Aber auch auf unserer Heimfahrt finden wir immer wieder interessante Dinge. Wir müssen jetzt jeden Tag etwas größere Strecken fahren, damit wir pünktlich am Freitag an unserer Fähre in Trelleborg ankommen.

Für den Samstag hatten wir uns aber nur ‚ne kurze Strecke vorgenommen, weil wir etwas Nachholebedarf an Schlaf hatten.

Wir suchten uns einen Campingplatz in Karasjok aus, das ist die norwegische Hauptstadt der Samen, der Ureinwohner Lapplands.

Dort gab’s ein richtiges samisches Zelt mit offener Feuerstelle in der Mitte, rundherum Bänke, die mit Rentierfellen belegt waren, damit man schon warm sitzt. Damit war klar, wo wir unser Abendbrot einnehmen.

Unsere Gastgeber (Familienbetrieb) waren unwahrscheinlich freundlich. Da am Abend das Fußballspiel Niederlande-Russland übertragen wurde, hatten sie in einem Raum extra ‚ne Leinwand und einen Beamer aufgebaut, damit die Gäste (vorwiegend Deutsche und Holländer) das Spiel verfolgen konnten. Dazu brachten sie Kaffee und Muffins für alle. Wirklich Spitze! Da die holländische Mannschaft offensichtlich Angst hatte, im Endspiel auf  Deutschland zu treffen, hat sie sicherheitshalber gleich erst mal gegen Russland verloren. Wäre doch nicht nötig gewesen! ;-)

Am Sonntag ging’s dann weiter nach Finnland, wo wir bis zur Ostseestadt Tornio fuhren. Auf dem Zeltplatz dort gab’s gleich nach der Ankunft für uns erst mal einen Besuch in einer echten finnischen Sauna, übrigens gleich im Preis für den Platz enthalten.

Wie man sieht, hat’s nun endlich mit einem ordentlichen Fang geklappt!

Nur Profis erkennen sofort das Preisschild auf der Rückseite der „Norsk Ørret“. Der immerwährende Streit mit Roland, der behauptet, das wäre ein Lachs, und mir (bin der Meinung, es ist ‚ne Forelle) konnte auch in Finnland nicht entschieden werden. Jedenfalls hat das Tierchen wieder lecker geschmeckt.

Übrigens, wir haben sogar Finnisch gelernt, allerdings nur ein Wort. Dabei handelt es sich wohl um das wichtigste Wort des finnischen Sprachschatzes: Ittika

Auf deutsch: Mücke

Mann, haben uns die Biester zerbissen!

Die neue Woche bringt nun für uns längere Fahrten durch Schweden. Am Montag ging’s ca. 500km die Ostseeküste entlang gen Süden. Dabei konnten wir aber auch wieder was sehr Interessantes entdecken: eine Sprungschanze an einem Ostseeort. Wir dachten erst, wir sind im falschen Film. Die Schanzenanlage führt am tiefsten Punkt des Auslaufes unter einer Eisenbahnlinie durch, und das Ende des Auslaufes ist als Brücke über eine Straße gebaut. Verrückt!


 

Alle Bilder gibt's hier


PS: Leider klappt's im Moment nicht mehr so regelmäßig mit Inernet-Zugang. Der Rest unserer Reise wird wohl dann erst später online beschrieben!

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Samstag, 21. juni 2008

Heute waren die letzten Kilometer bis zum nördlichsten Zipfel Europas geplant. Wir verließen den wunderschönen, an einem fischreichen Fluss gelegenen Zeltplatz in Alta, wo wir gestern Abend noch den Sieg der deutschen Mannschaft gegen Portugal gefeiert hatten.
Uns interessierte zunächst ein Angelcamp 
in der Nähe. Das befindet sich direkt an dem wasserreichen Fluss Alta, wo es (der Anzahl der Angler nach zu urteilen) eine Unmenge an Lachsen geben muss. Sorry, lieber Philipp, dass wir Deine Angel gar nicht erst auspackten, aber weder Schnur noch Rolle wären dort geeignet gewesen.

Ich habe mich mit einem der Angler unterhalten und er sagte mir, dass er in der letzen Nacht 8 (in Worten: ACHT) Lachse mit einem Gewicht zwischen 10 und 20kg geangelt hat. Selbst wenn nur die Hälfte davon Anglerlatein ist, bleibt da genug zu futtern übrig. Wir haben die Riesenfische sogar gesehen, wenn sie gerade gesprungen sind.

Da es fast an der Strecke liegt, haben wir noch einen Abstecher nach Hammerfest gemacht, der wahrscheinlich nördlichsten Stadt der Welt. Obwohl sich Hammerfest nördlich des 70. Breitengrades befindet, ist der Hafen ganzjährig eisfrei, da der Golfstrom immer für wärmeres Wasser sorgt.

Im 2. Weltkrieg wurde die Stadt völlig zerstört, so dass es keinen historischen Stadtkern gibt. Aber alle Bauten sind sehr schön bunt bemalt, sicherlich um einen Kontrast zu der Einöde ringsherum herzustellen.

Auf der ganzen Fahrt sahen wir hunderte von Rentieren, die teilweise sehr mutig über die Straße liefen.

Dann ging’s immer weiter nach Norden. Die Landschaft wurde immer felsiger, man wunderte sich nur, dass die Rentiere dort noch was zu fressen finden. Irgendwann gab’s dann nicht mal mehr Bäume und Sträucher, nur noch Grase und Moos.

Kurz vorm Ziel dann ein letzter Tunnel (Wegelagerer-Gebühr 601,-Krone!), der uns bis auf über 200m unter den Meeresspiegel führte. Für’s Abendessen hatten wir uns einen kleinen Campingplatz in der Nähe des Nordkapps ausgesucht. Wir haben eine riesengroße norwegische Forelle vertilgt. Lecker!
(Heute haben wir gleich noch eine gekauft!)

Gegen 23:30Uhr brachen wir dann zum Nordkapp auf, um Mitternacht (24:00Uhr), die Sonne genau im Norden (da haben wir 0:17Uhr MESZ ausgerechnet) und die Sommersonnenwende (in diesem Jahr 1:59Uhr) zu erleben.

Das Gefühl dort oben auf ca. 300m über NN lässt sich wie so vieles hier kaum beschreiben. Tausende Leute sind um Mitternacht auf dem Felsen, auch wenn nur für den Eintritt 200,-Kronen pro Nase verlangt werden. Die Sonne steht genau im Norden und schaut durch die symbolisierte Erdkugel, vor der jeder fotografiert werden will.
Die Wolken bilden bizarre Schichten, an manchen Stellen wabern ein paar Nebelschwaden im Sonnenlicht und der Wind bläst mit voller Kraft. Länger als 10 Minuten kann man’s kaum aushalten. Zum Glück gibt’s den unvermeidlichen Souvenirladen, der in diesen Tagen aber schon um 01:00Uhr schließt.
Die eigentliche Sommersonnenwende um 1:59Uhr erlebten wir dann schon ziemlich allein.
Das Wetter hatte sich innerhalb von Minuten total geändert, Der starke Wind hatte sich inzwischen zu einem heftigen Sturm entwickelt, der die Regentropfen waagerecht über das Felsplateau trieb. Ein einsames Schiff kämpfte mühsam gegen den heftigen Ostwind.
Der Caravan wurde durchgeschüttelt, so dass wir uns entschlossen, uns eine ruhigere Ecke zur Übernachtung zu suchen. Wir fuhren einige Kilometer in’s Landesinnere, stellten das Auto inmitten mehrerer Rentier-Herden ab und schliefen erst mal ein paar Stunden.

Weitere Bilder vom Nordkapp und der Fahrt dorthin gibt's hier.

 

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Donnerstag, 19. juni 2008

Gestern ging’s weiter nach Narvik. Dorthin wollte ich eigentlich unbedingt, um evtl. ein paar geschichtsträchtige Stellen zu sehen, die über den 2. Weltkrieg informieren. Außer einem Veteranendenkmal und einem großen Friedhof für gefallene Soldaten haben wir aber nicht viel gefunden.
 

Dafür entdeckten wir aber, dass diese Hafenstadt auch ein wunderschöner Wintersportort sein muss. Es gibt direkt aus dem Ort eine Seilbahn, die auf die bis zu 1800m hohen Berge führt. Schnucklige Hänge lassen erahnen, dass man hier wahrscheinlich bis in den Mai hinein Abfahrtslauf machen kann.

 

Rosi und Sabine hatten inzwischen herausgefunden, dass unmittelbar an unserer Strecke ein Polar-Zoo liegt, das ist der nördlichste Zoo der ganzen Welt. Dort kamen wir aber erst gegen 17:00Uhr an, so dass ein Besuch nicht mehr viel gebracht hätte. Aber es gab hier die Möglichkeit, mit dem Wohnmobil für wenig Geld zu übernachten incl. Strom und Dusche.

Schnell lag der marinierte Lachs (ja, es ist KEIN selbst gefangener gewesen) auf dem Grill
und ein Lagefeuer war angezündet.
Romantik pur! Naja, auf’s Klo wird Sabine wohl in der Nacht nicht gehen, weil sie schon am Abend die Wölfe heulen gehört hatte. Das lag übrigens nicht am Alkohol, ich hab’ sie auch gehört. ;-)

 

….

 

Nun ist es schon Donnerstag. Unser Besuch im Polarzoo ist buchstäblich in’s Wasser gefallen. Es regnete in Strömen und bei 170 Kronen Eintritt das Risiko einzugehen, dass die Tiere alle in ihren Behausungen liegen und man nichts sieht, war uns einfach zu hoch.

Also ging’s wieder ab auf die Straße, Richtung Alta. Es regnete auch fast die ganze Fahrt über, trotz allem war es landschaftlich wieder sehr interessant. Auch wenn es auf den Fotos nicht so rüber kommt, die Regenlandschaft war trotzdem wunderschön.

Gegen 16:00Uhr war es dann soweit: Die erste Rentierherde äste auf den kargen Hängen zu unserer Linken. Wir fuhren noch mal zurück, pirschten uns langsam an und schossen ein paar Fotos.

Das hätten wir allerdings nicht gebraucht. Wenig später sahen wir links zwei Herden, rechts noch eine und kurz darauf marschierten die ersten Tiere direkt vor unserem Auto über die Straße.
Rosi taten die Rentiere sehr leid, weil sie im strömenden Regen doch klatschnass werden! ;-)

 

So hatten wir unseren Zoobesuch doch noch!

 

PS: Leider muss ich Euch heute mal die Bilder schuldig bleiben, kann sie im Moment leider nicht in den Blog hochladen. Liegt sicherlich wieder mal am Router. Sobald möglich, werden sie nachgereicht.

Übrigens haben wir heute den 5200. Kilometer absolviert. Morgen geht’s dann zum Nordkapp!

20.06.08
Habe die Bilder eingefügt und ein neues Album angelegt.

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Mittwoch, 18. juni 2008

Am Dienstag schliefen wir uns erst mal gründlich aus und dann ging’s an der Küste auf einer Nebenstraße bis zur Fähre, die uns von den Lofoten auf die Vesteralen brachte.  

Auch dort das gleiche Bild wie auf den Lofoten, wobei man deutlich merkte, dass wir immer weiter nach Norden fuhren. Vor allem an der Westküste gehen dann die Wälder aufgrund der rauen Witterung schon fast in eine Art Steppe mit niedrigem Bewuchs, Gräsern und Büschen über.

Unser Tagesziel hieß Nyksund, das wir ja schon von Sandra und Thomas (allerdings nur von Bildern her) kannten. Aber es selbst gesehen zu haben, ist was völlig anderes. Obwohl die Sonne schien, wehte ein rauer Wind durch das verlassene und jetzt wieder im Aufbau befindliche kleine Fischerdorf. Inzwischen sind auch ein paar neue Häuser entstanden und an den alten Gebäuden wird fleißig gearbeitet. Selbst hierher, in den äußersten Zipfel der Vesteralen, der nur über eine unbefestigte Straße zu erreichen ist, verirren sich doch inzwischen eine ganze Menge Touristen.

Der Landladen war geöffnet, aber nicht besetzt. Wenn man etwas kaufen will, soll man das im nahe gelegenen Café bezahlen. In Deutschland undenkbar!

 

Lieblingssandra, hast Du das eigentlich auch immer so gemacht? ;-)
Nach einer Tasse Kakao in der kleinen rustikalen Kneipe und ein paar Fotos ging unsere Fahrt weiter. Übrigens bekamen wir in der Kneipe den Tipp, dass ab Sto täglich ein Schiff zur Wal-Safari ablegt. Sto war also sofort unser nächstes Ziel. Wir informierten uns tiefgründig über die Fahrt (7-8h auf offenem Meer), sahen uns das Schiff für 60 Personen an und entschieden, dass wir lieber nicht mitfahren.
 

@Sandra und Thomas

Ssemjon war leider gerade unterwegs einkaufen, deshalb konnten wir ihm leider Eure Grüße nicht ausrichten.

 

@Philipp

Wir haben jetzt schon so ca. 4800km auf dem Tacho und bis zum Nordkap sind es noch etwas 600km.

Übrigens sind wir froh, dass wir keine UMTS-Karte für den Schleppi geholt haben. Wir haben bisher immer ein kostenloses WLAN gefunden, um immer mal ein paar Infos über unsere Reise in den Blog zu stellen.

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Mittwoch, 18. juni 2008

Die Fähre nach Moskenes hatten wir pünktlich erreicht. Schon die Ausfahrt aus dem Hafen Bodo bot uns einen sehr schönen Ausblick, obwohl das Wetter noch etwas trüb aussah. Dann hatten wir fast 3,5h Zeit, uns das Schiff anzuschauen oder ein bisschen auszuruhen.


In dieser Zeit verzogen sich alle Wolken und in strahlendem Sonnenschein fuhren wir den Lofoten entgegen.
 

Als sich die Berge immer höher auftürmten, waren wir alle völlig beeindruckt. Wir hatten schon einiges von den Lofoten gehört, aber das, was wir dann zu sehen bekamen, übertraf alle Erwartungen. Totale Gänsehautathmosphäre!

Eigentlich weiß ich gar nicht so recht, wie ich dieses Schauspiel beschreiben soll, am besten lasse ich wohl ein paar Bilder sprechen. 


Von Moskenes fuhren wir erst mal nach Ả, den Ort mit dem wohl weltweit kürzesten Namen. Überall standen die Darren mit Trockenfisch, kleine Ferienhäuschen zwischen Bergen und Meer gibt’s für die vielen Urlauber, die an diesen idyllischen Ort kommen.
 


Weiter ging die Fahrt zu einem Zeltplatz bei Sandsletta. Wir bekamen den Mund vor Staunen einfach nicht mehr zu. An jeder Ecke gab’s andere schöne Dinge zu sehen. Was die Natur hier bietet, habe ich noch nie vorher gesehen. Abwechselnd grüne, lang gestreckte Ebenen, saftige Wiesen, bewaldete Hänge, steile Felsen, Brücken, Tunnel und türkisfarbenes Meer. Die Temparatur lag bei über 20°C, was für diese Breiten eher selten ist.

 

In Sandsletta fanden wir dann auch gleich unseren Zeltplatz, wir hatten alle mal wieder eine heiße Dusche nötig. Genau um Mitternacht machten wir dieses Foto mit in’s Sonnenlicht getauchten Hängen. 

Wenn’s irgendwo ein Paradies gibt, dann befindet es sich bestimmt hier!
Wo Ihr mehr Bilder findet, wisst Ihr sicherlich schon!

 

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Dienstag, 17. juni 2008

Nach einer wunderschönen Nacht auf dem Campingplatz Bud direkt an der Atlantikküste

und ein paar weiteren erfolglosen Angelversuchen ging es weiter auf die Atlantikstraße.

Viele kleine Inselchen sind hier durch Brücken miteinander verbunden. Ebbe und Flut sorgen dafür, dass in den Zwischenräumen zwischen den Insel teilweise eine sehr starke Strömung herrscht und dort auch viele Fische sind.
Also gab’s den nächsten Angelversuch, mit durchwachsenem Ergebnis! ;-)


Allerdings hatte ich dort auch wirklich mal einen Fisch am Haken, er konnte sich jedoch wieder befreien.

Dann ging’s über Kristiansund

weiter nach Trondheim. Unterwegs hatten wir schon ein paar kräftige Regenschauer, aber Trondheim empfing uns mit schönem Wetter. Da konnten wir einen kleinen Stadtrundgang machen.

Als wir weiterfuhren, braute sich ein Regengebiet über uns zusammen, dass wie aus Eimern Wasser auf uns herunter prasseln ließ. Für uns hieß das kurz entschlossen: Nicht’s wie weg hier aus diesem Regengebiet. Also ging’s los auf den Weg nach Bodo. Irgendwann hörte der  Regen auf und wir hatten genau 23:00Uhr das, worauf wir schon tagelang gewartet hatten: Wir haben wirklich 2 Elchkühe gesehen! Da läuft’s einem kalt den Rücken runter! Wir sind ganz langsam vorbei gefahren, aber leider hat die Zeit nicht ausgereicht, um den Fotoapparat startklar zu machen. Vielleicht klappt’s ja noch mal an einer anderen Stelle.

Da wir für Mittelnorwegen keine weiteren konkreten Ziele hatten, dafür aber unbedingt auf die Lofoten wollten, haben wir wieder mal eine Nachtfahrt gemacht. Immer abwechselnd mal fahren und schlafen.

Aber auch die Nacht hatte für uns noch ein wichtiges Ereignis bereit. Um 4:00Uhr waren wir genau auf 66°33' nördlicher Breite.

Zum ersten Mal in meinem Leben war ich oberhalb des nördlichen Polarkreise angekommen.

Man merkte auch schon die Tage vorher, dass es nachts immer länger heller blieb. Aber nun ist es 24 Stunden Tag für uns. Leider bietet diese Land so viel Schönes, dass es einem fast schon etwas leid tut, jeden Tag ein paar Stunden durch schlafen zu vergeuden.
Genau 08:00Uhr waren wir dann am Fährhafen. Wir hatten ja keine Fähre nach Moskenes vorbestellt und befürchteten, dass wir evtl. einen oder zwei Tage warten müssten. Weit gefehlt! 2 Stunden später stand unser Caravan auf der Fähre und los ging’s auf die

Lofoten!

Aber das wird ein eigener Artikel. Ihr könnt schon auf die Bilder gespannt sein.

 

@Wolfgang

Die Temperaturen sind bis Trondheim wirklich sehr angenehm gewesen, T-Shirt-Wetter! Nur abends haben wir uns dann was drüber gezogen oder bei Regen.

 @all

Danke für Eure Kommentare. Liebe Grüße von uns an alle fleißigen Leser.


Weitere Bilder gibt’s wie immer in einem neuen Album.

 

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Sonntag, 15. juni 2008

Hallo Ihr zu Hause, heute hat mich Etzelmania beauftragt, den Blog vom 14.06.08. zu schreiben. Ich grüße Euch alle recht herzlich und wünsche, dass Ihr bald nach Norwegen fahrt. Hier ist es traumhaft schön; Sonne, bunte Wiesen, Berge, Felsen, Wasser, auch mal Regen, Schnee, wunderschöne kleine Städte, eine urige Landschaft !

Heute, wie bereits von Etzelmania berichtet, haben wir in Geiranger übernachtet, wie immer ein klasse Campingplatz. Obwohl wir keine Langschläfer sind, wir wollen ja vielleicht noch zum Nordkapp, hatten wir erst 7.30 Uhr ausgeschlafen.

In Geiranger ankerten die Costa Marina und die Costa Atlantik, also hatte uns die Strasse erst 11.40 Uhr wieder. Der Einlauf der zwei Schiffe im Geirangerfjord  -Hafen von Geiranger- war unbeschreiblich schön.

Dann kann man trotz der Neigung zur Seekrankheit Lust zu einer Schiffsreise bekommen und wohin? Natürlich in den Norden von Europa nach Norwegen.

Etzelmania sein Traumziel am heutigen Samstag waren die Trollstigen. Ja, das ist auch ein Traum, dazu wurden wir noch mit Sonneschein empfangen. Ja, die Trollstigen sind ein einmaliges Naturwunder. Felsen mit Schnee, paar Meter weiter ein sattes Grün und dazu die Serpentinen.

 

Das Mittagessen im Schnee werden wir Euch per Bild übermitteln.

 

Jetzt ist Etzelmania beim Angeln, denn wir möchten morgen Fisch essen, hoffentlich bringt er uns keinen Fisch mit Preisschild.

Morgen geht’s weiter auf der Atlantikstrasse nach Kristiansund und vielleicht begrüßen uns danach bald die Elche.

 

Tschüß die Vier „Troll-Freunde“

 

© by Rosi ;-)

PS von etzelmania:
Die Bilder von Geiranger, unserem Mittag im Schnee und Trollstigen gibt's wie immer in einem neuen Fotoalbum. Wie Ihr seht, haben wir heute die Zeit (und die Gelegenheit=kostenloses WLAN am Zeltplatz in Bud) mal genutzt, um die letzten Tage aufzuarbeiten. Wer weiß, wann und wo wir wieder mal ein WLAN finden, was nicht abgesichert ist. 
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Samstag, 14. juni 2008

Freitag, der 13., ist das nicht herrlich, was hat denn ‚ne schwarze Katze mit unserem Urlaub zu tun?

Natürlich nichts. Wir haben auch vorsichtshalber keine gesehen! ;-)

08:50Uhr ging’s los. Die Flambahn ist eine Verbindung zwischen Flam und Myrdal, auf der die Bahn eine Höhe von 863m überwindet.

Das Tal ist traumhaft schön. Noch schöner war die nette Reisebegleiterin Valerie aus Paris, mit der wir die Fahrt noch mehr genossen.

  Ganz ehrlich (ich hab’s immer für ein Klischee gehalten), französische Frauen sind wirklich so lieb und nett, wie’s ihnen nachgesagt wird.

Aber auch sonst gab’s wieder jede Menge Natur pur.

 

Am Wasserfall an der Strecke gab’s sogar eine Kultureinlage (singende Trollfrau?). 

Von Myrdal liefen wir dann ein Stück bergab bis zum Haltepunkt Reinunga, der an einem riesigen Bergsee liegt, aus dem der weiter unten liegende Wasserfall gespeist wird. Überall stehen Berghütten, in denen man sicherlich auch mal einen wunderschönen Urlaub verbringen könnte.

 

Nachdem uns die Bahn wieder in’s Tal gebracht hatte und wir Valerie „tschüss“ sagen mussten, ging’s per Wohnmobil weiter Richtung Geiranger. Auch hier hatte Mutter Natur wieder einige Überaschungen für uns parat.

Da fährt man so auf einer Höhe von etwa 400m über NN dahin und was sieht man plötzlich? Einen Gletscher!

Im Vergleich mit dem Gletscherchen an der Zugspitze auf ca. 2800m Höhe kann man hier wirklich von einem Gletscher sprechen. Natürlich war auch dieser früher mal viel mächtiger und reichte bis in den heutigen See.

Wieder führte uns der Weg bergauf, bergab und an vielen Fjorden vorbei sowie durch zahllose Tunnel. Tunnel von unter 1km sind für uns (lt. Definition von Rosi) Durchgänge, von 1km bis 8km Kurztunnel und darüber hinaus richtige Tunnel.  Der längste, den wir heute befuhren, war 24,5km lang!

Vor Geiranger fuhren wir dann über einen Pass, der bis ca. 1030m hinauf reichte. Was uns dort erwartete, kann man sich auch kaum vorstellen. Da fährt man (wieder mal) durch einen Tunnel und an dessen Ende findet man sich im tiefsten Winter wieder. An den Straßenrändern liegt plötzlich Schnee bis in Wohnmobilhöhe 

und die Seen sind von einer dicken Eisschicht überzogen.

Dazwischen wir in Sandalen! J

Als wir dann in Geiranger auf dem Zeltplatz ankamen, stürzten gleich ca. 10 Leute ganz begeistert zu unserem Wohnmobil. Wie sich herausstellte, waren sie aus Malaysia und sehr neugierig. Wir mussten erst mal eine Viertelstunde alle Fragen zum Wohnmobil beantworten, wo wir herkommen und wohin wir noch fahren wollen.

Hier noch ein schönes Foto von Sabine am Wasserfall. 


@Philipp

In Geiranger habe ich das erste Mal die Angel ausgeworfen. Wie nicht anders zu erwarten, leider völlig erfolglos. Und ich muss auch noch was beichten: Du kriegst einen neuen Blinker und ein neues Vorfach von mir. Habe beides im Geirangerfjord versenkt!

 

Weitere Bilder gibt's wie immer in einem neuen Album.

 

von Etzelmania - veröffentlicht in: Norwegen - Community: Norwegen
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