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Sonntag, 6. juli 2008
Nun sind wir schon wieder 'ne ganze Woche wieder hier, aber der Urlaub wirkt immer noch (positiv) nach.
Nachts im Traum bin ich immer noch auf Fähren unterwegs und sehe Wasserfälle und hohe Berge! ;-)
Am Mittwochabend hatte ich die Idee, mir mal vorm Schlafengehen noch ein paar Urlaubsbilder anzugucken. Nach über 900 Stück (gegen 1:00Uhr) habe ich dann Schluss gemacht.
Vielleicht ist es Zeit für ein kurzes Fazit zu unserer Reise.

Norwegen
Unsere Vorstellungen vom Land und von seinen Naturschönheiten wurden von der Realität weit übertroffen. Die Fahrt war ja für uns zum Kennenlernen des Landes gedacht, um Pläne für weitere Reisen schmieden zu können. Jetzt müsste ich eigentlich ca. 10 Jahre lang jedes Jahr in eine andere Ecke Norwegens fahren, um die einzelnen Gegenden näher zu erkunden. Das ist wahrscheinlich schon aus finanziellen Gründen kaum möglich, also wird es wohl eher viel länger dauern oder wir beschränken uns auf was besonders Interessantes.

Da würde meine Wahl wohl zuallererst auf die Lofoten und Vesteralen fallen.Wandern in den Bergen, Radfahren, Bootfahren, Paddeln, Walsafari, Angeln, Nyksund aufbauen und vieles mehr wäre dort denkbar. Mal sehen, was uns da noch so alles einfallen wird.

Oft gibt's Fragen zu den Kosten in Norwegen. Auch wenn ich dazu noch keine genauen Infos habe (der Schreck kommt sicher erst mit der Kreditkartenabrechnung) ;-), muss man Norwegen schon als recht teures Urlaubsland einstufen. Aber das wussten wir ja schon vorher. Überrascht hat uns, dass der Preis für Diesel höher ist als für Benzin. Und auch höher als in Deutschland. Wir haben zwischen 1,60€ und 1,90€ je Liter bezahlt. Es gibt (wie bei uns) verschiedene  Märkte (u.a. z.. auch Lidl), in denen man relativ  preisgünstig die Grundnahrungsmittel einkaufen kann. Im Durchschnitt ist alles etwas teurer als bei uns. Fleisch ist erheblich teurer, Alkohol fast unbezahlbar. Da wir aber weitestgehend auf Selbstversorgung eingestellt waren, hat uns das nicht so sehr berührt.
Sehr praktisch sind die Unterbringungsmöglichkeiten. Der Stellplatz für den Caravan mit 4 Personen, Strom und Dusche hat uns umgerechnet 5 bis 8€ gekostet. Aber man muss ja nicht unbedingt jede Nacht auf dem Campingplatz verbringen. Es gibt eigentlich überall geeignete Stellen, wo man auch mal einfach von der Straße runter fahren und dort ein paar Stunden über Nacht bleiben kann. Es sollte nur nicht in Dauercamping ausarten. Natürlich gibt's auch viele Hütten in unterschiedlichen Ausstattungen, wo man für 2 bis 8 oder mehr Personen Übernachtungsmöglichkeiten hat. Die Preise sind regional sehr unterschiedlich, aber erschwinglich. Auf den Campingplätzen schwankten die Preise für die Hütten von etwa 40 bis 120€ (je nach Größe und Ausstattung). Eintrittsgelder für Touristenattraktionen, Museen usw. haben "gehobenes Niveau". Für's Nordkapp mussten wir z.B. pro Nase 200 Kronen (fast 30,-€) berappen, mal abgesehen von der Maut für den Tunnel kurz davor (601NOK in jeder Richtung für den Caravan incl. 4 Personen).
Die Maut ist sowieso so ein Ding für sich. Im Süden und in der Mitte wird man sehr häufig (allerdings meist Kleinbeträge zwischen 1 und 5€) zur Kasse gebeten, im Norden wurde es dann seltener.
Angeln ist an der Küste und der offenen See kostenlos möglich, an Binnengwässern und Lachsflüssen braucht man eine ziemlich teure Angelbescheinigung.

Mit Englisch kommt man eigentlich fast überall gut zurecht, Deutsch wird seltener gesprochen. Außer in der Nähe von Großstädten ist der Verkehr deutlich weniger als in Deutschland; im Nordosten ist uns mal 20min lang kein Auto entgegengekommen und das am Tage!

Und: Blog sei Dank gab's immer mal auch ein frei zugängliches WLAN (an Tankstellen,Einkaufszentren, Campingplätzen), über das ich meine Berichterstattung abwickeln konnte.


Finnland
Hier waren wir ja nur kurz. Es war nett, mal wieder leicht "vergleichbare Preise" in Euro zu sehen. Ist wesentlich günstiger als Norwegen, so etwa mit Deutschland zu vergleichen.

Das Land selbst ist entlang unserer Fahrstrecke sehr flach und ohne große Abwechslungen gewesen.Eher was für Leute, die mal 2 Wochen Urlaub an einem einsamen See in aller Ruhe und gemeinsam mit vielen Mücken ;-) verbringen möchten.


Schweden

Da sind wir ja eigentlich mehr "durch geflogen". Schweden ist sicherlich eine eigene Erkundungstour wert. Aber das, was wir dort gesehen haben, war auch sehr erlebnisreich. (Ich meine jetzt nicht nur die großen, blonden Schwedinnen!) Stockholm ist eine wunderschöne Stadt und hat sogar mir gefallen, obwohl ich sonst eher ein Stadtbesichtigungs-Muffel bin. Insgesamt gesehen kam mir aber alles schon eher "mitteleuropäisch" vor, die Wildheit der Natur wie in Norwegen war an unserer Fahrstrecke nicht so ausgeprägt.

Tanken ist auch hier recht preisintensiv, aber immer noch günstiger als in Norwegen. In Stockholm waren wir sogar ein paar mal in der Kneipe, ohne das letzte Hemd ausziehen zu müssen. Allerdings muss man schon etwas nach günstigeren Angeboten suchen. Aber das ist ja z.B. in Berlin auch nicht anders. Das gleiche trifft auf's Einkaufen zu, auch in Schweden gibt's preisgünstige Läden, wenn man weiß wo, oder zufällig drauf stößt (wie wir im Kreuzberg Stockholms lt. Definition von Rosi). :-)

Auf den Campingplätzen (wie übrigens auch in Finnland) gibt's fast überall auch 'ne Sauna, sogar auf der Fähre von Trelleborg nach Travemünde war eine. Camping, Hütten oder Wanderer-Unterkünfte sind eine gute Möglichkeit, auch im Herzen einer Großstadt wie Stockholm eine preisgünstige Unterbringung zu bekommen. Die WLAN's waren hier nur noch gegen Geld nutzbar, da hat dann doch schon der Kommerz gesiegt.

 

Das soll dann also meine Kurzzusammenfassung gewesen sein. Hoffe, dass ich zumindest die wichtigsten Fragen beantwortet habe, die mir bisher gestellt wurden. Wenn jemand noch was anderes wissen möchte, können wir das gern über Kommentare machen, sofern ich eine Antwort dazu geben kann.

von Etzelmania - veröffentlicht in: Norwegen - Community: Norwegen
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